Die Welt in einem Team

Offen, aber nicht ohne Hierarchie

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Wie das aussieht, macht Finch deutlich: "Es ist wichtig zu wissen, dass Open Source kein riesiges Durcheinander ist – es braucht klar festgelegte, starke Entscheidungsträger, die von den Communitys respektiert werden." Der Open-Source-Ansatz mag sich zwar der Offenheit und Transparenz verpflichten, eine gewisse Hierarchie ist aber unabdingbar. Wer schon mal an einem Projekt gearbeitet hat, in dem Kompetenzen nicht eindeutig verteilt sind, der weiß: Es funktioniert nicht.

"Wir haben ein klares System für die Entscheidungsfindung in Projekten mit definierten Verantwortlichen. […] Es gibt Produktmanager und leitende Entwickler für Firefox wie für jedes 'normale' Produkt auch." So stellt Mozilla sicher, dass die Software einer Linie treu bleibt, einem übergeordneten Konzept folgt – dazu müssen verschiedene Teams zusammenarbeiten.

Organisation von Open-Source-Projekten

Open Source funktioniert nicht nach dem "Jeder-darf-mal"-Prinzip".

Quelle: (Michael Springer) 

Organisation von Open-Source-Projekten

Open Source funktioniert nicht nach dem "Jeder-darf-mal"-Prinzip".  

Quelle: (Michael Springer) 

"Als Produktmanagerin sorge ich zusammen mit unserem UX- (User Experience, Anm. d. Red.) und Entwickler-Team dafür, dass Patches und Anfragen mit den vorher beschlossenen Produktzielen sowie unserer Mission im Einklang stehen", erklärt Bermes. Kleinere Open-Source-Projekte können häufig nicht auf so breitgestreute Kompetenz zurückgreifen. Einen Feinschliff, wie man ihn von großen Open-Source- oder kommerziellen Produkten gewohnt ist, erreichen sie nur selten.

Nicht alles, was beigesteuert wird, schafft es letztlich auch in das Produkt.

Etwa 200 bis 300 Menschen steuern jedenfalls regelmäßig Code direkt für den Firefox-Browser bei. Allerdings ist das Projekt in verschiedene Bereiche aufgeteilt: Für 'Gecko', die Render-Engine, die Firefox zur Website-Darstellung nutzt, engagieren sich noch mehr Freiwillige. Bezieht man alle Mozilla-Projekte mit ein, alle Übersetzer, Event-Organisatoren, Beta-Tester und andere Supporter, kommt ein riesiger Pool aktiver Helfer zusammen. Bei so viel Input muss genau sondiert und ausgewählt werden. Es müssen auch mal Vorschläge draußen bleiben, stellt Finch klar: "Nicht alles, was beigesteuert wird, schafft es letztlich auch in das Produkt."

Der Open-Source-Ansatz verschreibt sich zwar hohen Idealen und möchte, überspitzt formuliert, das Internet zu einem besseren Ort machen. Er hat jedoch mit ganz alltäglichen Problemen zu kämpfen: Nicht alles läuft nach Plan, nicht jeder bekommt seinen Willen und ganz ohne Geld geht es auch nicht.

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